Die PSG hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Geschlechtervielfalt im Verband sichtbar gemacht und strukturell verankert werden kann. Dafür wurde 2024 die Projektgruppe „Beteiligung Geschlechtervielfalt“ eingerichtet. Ihr Auftrag war es, in einem verbandsweiten Beteiligungsprozess Empfehlungen für die zukünftige Ausgestaltung der Verbandsidentität sowie für die Beteiligung unterschiedlicher Geschlechter in Ämtern und Strukturen der PSG zu erarbeiten.
Die Projektgruppe hat verschiedene Formen der Umfragen und weitere Möglichkeiten zur Beteiligung geschaffen, um ein möglichst breites Meinungsbild, basierend auf verschiedenen Beteiligungsformaten, abbilden zu können. Neben Befragungen von Diözesanleitungen und der Bundesleitung wurden eine verbandsweite Online-Umfrage für alle Mitglieder ab 16 Jahren sowie altersgerechte Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten einerseits den Wunsch nach einem Erhalt der PSG als Mädchen- und Frauenverband, andererseits wurde deutlich, dass sich viele Mitglieder eine stärkere Berücksichtigung geschlechtlicher Vielfalt wünschen. Insbesondere bestand der Wunsch, allen weiblichen sowie INTA*-Personen eine umfassende Teilhabe an Leitungs- und Vertretungsaufgaben zu ermöglichen.
Im Mittelpunkt der Anträge, welche die Projektgruppe auf der diesjährigen Bundesversammlung gestellt hat, stand die Weiterentwicklung der PSG hin zu einem inklusiveren Verband. Mit der Anpassung der Satzung hat die Bundesversammlung die Mitgliedschaft in der PSG für alle INTA* Personen geöffnet.
Ein weiterer Schwerpunkt der beschlossenen Anträge betraf die Frage nach Ämterbesetzungen und der Ausgestaltung der Besetzung von Organen, Gremien und Delegationen. Nach intensiver Diskussion sprach die Bundesversammlung die Empfehlung aus, Organe, Gremien und Delegationen entsprechend der Ausrichtung der PSG als Mädchen- und Frauenverband vorrangig weiblich zu besetzen. Um die Teilhabe von Mitgliedern aller Geschlechter an Leitungs- und Vertretungsaufgaben zu ermöglichen, stehen ihnen Plätze in Organen, Gremien und Delegationen offen. Davon ausgenommen sind Bundesvorstand und Bundesleitung. Diese Ämter dürfen nicht von cis-Männern, sondern ausschließlich von weiblichen und INTA*-Personen besetzt werden.
Mit den Beschlüssen knüpfte die Bundesversammlung an frühere Entscheidungen an. Bereits zuvor hatte die PSG die Verwendung geschlechtergerechter Sprache beschlossen, ein Positionspapier zur Geschlechtervielfalt verabschiedet und sich ausdrücklich als Ort für FINTA*-Personen positioniert. Die aktuellen Beschlüsse verstehen sich als weiterer Schritt auf dem Weg zu einem Verband, der Geschlechtergerechtigkeit, Teilhabe und Schutzräume miteinander verbindet.
Insgesamt verdeutlicht die Bundesversammlung den Anspruch der PSG, ihre Strukturen an gesellschaftliche und verbandsinterne Entwicklungen anzupassen und gleichzeitig den Charakter als Mädchen- und Frauenverband zu bewahren, der für viele Mitglieder die PSG besonders macht.
Die Arbeit der Projektgruppe „Beteiligung Geschlechtervielfalt“ hat hierfür eine wichtige Grundlage gelegt und die zukünftige Ausrichtung des Verbandes nachhaltig geprägt. Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern der Projektgruppe und allen, die in der ein oder anderen Weise ebenfalls zu diesem großen Projekt beigetragen haben.