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Deutsche Pfadfinderinnen und Pfadfinder enttäuscht - Amerikanische Boy Scouts halten vorerst an homophober Politik fest

  •  10.02.2013, 16:40

„Die amerikanischen Pfadfinder haben eine große Chance verspielt“. So kurz und bitter war das Credo der Leitungsebene der Ringe deutscher Pfadfinderinnen und Pfad...

„Die amerikanischen Pfadfinder haben eine große Chance verspielt“. So kurz und bitter war das Credo der Leitungsebene der Ringe deutscher Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf die ergebnislosen Diskussionen der Boy Scouts of America (BSA). Sie hatten in Texas drei Tage lang über die Liberalisierung ihrer rigiden Ausschlusspolitik homosexueller Mitglieder diskutiert – um dann die Entscheidung in den Mai zu verschieben.

Boy Scouts stehen von allen Seiten unter Druck.

Der  größte amerikanische Jugendverband mit 2,7 Mio. Mitgliedern hatte erst vor kurzem angekündigt, den Ausschluss von homosexuellen Mitgliedern aufzuheben.  In einigen konservativen kirchlichen Kreisen  wurde die angekündigte Lockerung kritisiert.  Jahrzehntelang hatten die Boy Scouts of  America den Ausschluss ihrer homosexuellen Mitglieder rigide  praktiziert. Noch im letzten Jahr hatte die BSA bekräftigt, keine Homosexuellen in ihren Reihen dulden zu wollen. Dies führte zu Kritik und Austritten von prominenten Personen wie dem Regisseur Steven Spielberg. Die Wende zur Toleranz begründeten die Funktionäre der BSA mit dem gesamtgesellschaftlichen Trend der Liberalisierung.  Doch dahinter stecken bei der BSA  vermutlich auch Existenzängste: In den letzten Jahren betrug der Mitgliederschwund der BSA knapp 30 Prozent.  Gleichzeitig fürchtet die BSA den Verlust potenter Sponsoren. Die Computerfirma Intel und der Paketlieferservice UPS haben mit großen Kampagnen die Rechte homosexueller Menschen unterstützt.

Pfadfinden bedeutet Freiheit und Toleranz!

Die deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder kritisieren schon seit langem scharf den Umgang der BSA mit homosexuellen Mitgliedern.  „Pfadfinden bedeutet für uns Freiheit, Toleranz und gleiche Rechte für alle, unabhängig von Hautfarbe, Religion, sozialer Herkunft oder sexueller Orientierung“  so formulieren die Vorsitzenden der deutschen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände ihre Leitlinie.  „Das heißt auch, dass niemand wegen einer homosexuellen Orientierung ausgeschlossen werden darf“, präzisieren  Julia Lumma und Kerstin Fuchs. Wiederholt hatten die deutschen Pfadfinderinnen und Pfadfinder  an die amerikanischen Boy Scouts of America appelliert, ihre Prinzipien zum Umgang mit homosexuellen Mitgliedern zu überdenken und zu ändern.

Die Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände

Die vier deutschen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände „Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder“ (BdP), „Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg“ (DPSG), „Pfadfinderinnenschaft St. Georg“ (PSG) und „Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder“ (VCP) haben sich in den Ringen deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände (rdp) zusammengeschlossen. Sie sind Mitglied der Weltorganisationen der Pfadfinderinnen und Pfadfinder.

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