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Leitlinien zur Prävention sexualisierter Gewalt

Die Bundesversammlung hat 2006 die Leitlinien der PSG zur Prävention sexualisierter Gewalt beschlossen.

 

1. Alle Menschen sind schöpferisch

Das heißt für uns:

Wir wollen nicht, dass diese Quelle schöpferischen Handelns durch Gewalt (sei sie körperlich, seelisch oder psychisch) zerstört wird. Deshalb setzten wir uns gegen jede Form der Gewalt ein.

 

2. Alle Menschen sind frei

Frei sein heißt aber auch, Verantwortung zu übernehmen, und dass die Freiheit dort endet, wo sie andere einschränkt.

 

Das heißt für uns:

Unsere Arbeit ist von Wertschätzung und Würde gegenüber den uns anvertrauten Mädchen geprägt. Wir achten einander und respektieren dabei die Eigenart einer jeden. Persönliche Wünsche und Bedürfnisse haben dann zurückzustehen, wenn mein Gegenüber mir geistig, körperlich oder altersmäßig unterlegen ist.

 

3. Alle Menschen sind gleichberechtigt und damit gleichwertig

Das heißt für uns:

Wir beziehen gegen sexistisches, diskriminierendes, rassistisches und gewalttätiges Handeln (sei es verbal oder nonverbal) aktiv Stellung, sei es dass wir es innerhalb oder außerhalb unseres Verbandes erleben.

 

4. Allen Menschen haben einen Anspruch darauf, sich immer entwickeln und entfalten zu dürfen

Das heißt für uns:

Die PSG bietet persönliche Nähe und eine Gemeinschaft, in der Lebensfreude und lustvolles, ganzheitliches Lernen und Handeln Raum finden. Auch durch altersgemäße Sexualerziehung werden unsere Mädchen  darin unterstützen, geschlechtsspezifische Identität, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung zu entwickeln.

 

5. Alle Menschen sind angewiesen auf die Beziehung zu Anderen

Das heißt für uns:

Wir gestalten die Beziehungen zu unseren Mädchen und jungen Frauen in positiver Zuwendung und gehen verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz um. Das heißt, dass wir unsere Rolle als (Gruppen)Leiterinnen nicht für sexuelle Kontakte zu den uns anvertrauten Mädchen ausnutzen.

Individuelle Grenzen der Mädchen und Frauen werden von uns bedingungslos respektiert. Das gilt besonders für die Intimsphäre und persönliche Grenzen der Scham.

 

6. Alle Menschen sind fähig ihre Umwelt und Strukturen zu verändern

Das heißt für uns:

Wir verpflichten uns dabei konkret Schritte zu entwickeln, dass bei uns keine Grenzverletzungen, kein sexueller Missbrauch möglich werden.

Wir stärken unsere Mädchen und Frauen.

Wir helfen betroffenen Mädchen und Frauen, wenn wir bemerken, dass sie sexuell bedrängt oder missbraucht werden.

 

7. „Kopf, Herz und Hand“, also Intellekt, Psyche und Körper gehören in der ganzheitlichen Betrachtung zu der Persönlichkeit eines jeden Mensch

Durch Gewalterfahrung wird diese Einheit zerstört und dem Menschen wird etwas von seiner Persönlichkeit genommen.

Das heißt für uns:

Deshalb sind wir wachsam gegenüber allen Handlungen, die diese Einheit bedrohen. Zudem unterstützen wir die Mädchen und jungen Frauen durch altersgemäße Information (Intellekt), durch Förderung des Selbstwertgefühls (Psyche) und durch Vermittlung einer gesunden Einstellung zu Körper und Sexualität (Körper).

Dies beginnt schon in der Gruppenstunde, indem wir z.B. nicht dulden, dass abschätzige Bemerkungen über die körperliche Entwicklung gemacht werden.